Der Gedanke mir eine eigene Drehmaschine zuzulegen ist nicht ganz neu. Allerdings waren mir die angebotenen Maschinen immer entweder zu teuer oder zu klein oder zu ausgeschlagen. Zufällig bot sich nun am vergangenen Wochenenden die Möglichkeit eine recht alte gebrauchte Maschine mit sehr viel Zubehör günstig zu erstehen und ich griff kurzentschlossen zu.
Wie gesagt, die Maschine ist relativ alt, aber sie scheint gut “in Schuss” zu sein. Die Wackelizität in den wichtigen Lagern tendiert (soweit ich das einschätzen kann) gegen Null und der Preis unterschreitet mit Sicherheit bei Weitem die Kosten, die für Dreharbeiten an Montierung und Okularauszug meines neuen Teleskops entstanden wären.

Eigentlich wurde mir die Maschine als “Selbstbau” angeboten, aber ich bin mir recht sicher, dass ein sehr großer Teil der Hauptkomponenten aus einer industriell gefertigten Drehmaschine stammt. Leider ließ sich bisher nicht ermitteln, um welches Fabrikat es sich dabei handelt. Sollte also jemand wissen, worum es sich dabei handeln könnte, bitte ich darum, mich nicht dumm sterben zu lassen.
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Da ich mich in den nächsten Tagen in diesem Blog um ein anderes Thema kümmern möchte, hier kurz der Fortschritt meines Teleskop-Projekts. Inzwischen ist der Spiegel schon fast auspoliert. Eigentlich sind keine Besonderheiten zu berichten - der Poliertisch erfüllt seine Aufgabe erwartungsgemäß und es gibt weiterhin keine Kratzer in der Oberfläche des Spiegels.
Ein kleiner Wermutstropfen ist vielleicht der Kurvenradius des Spiegels. Er beträgt zur Zeit immer noch ganz genau 1500 Millimeter. Da das die Zielvorgabe für den fertigen Spiegel ist und man einen Teleskopspiegel parabolisiert bzw. wie in meinem Fall hyperbolisiert, indem man seine Mitte vorsichtig vertief, ist das eigentlich ein paar Millimeter zu wenig. Ich arbeite also beim Polieren vorsichtig daran, den Kurvenradius etwas zu vergrößern.
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Ich hänge mit meiner Berichterstattung leider etwas hinterher. Schon vor zwei Wochen habe ich nun das Schleifwerkzeug für den Hauptspiegel mit einer Pechhaut überzogen. Da ich inzwischen schon etwas Erfahrung mit dem etwas problematischen Werkstoff Pech habe, ging alles ohne weitere Probleme von statten. Hier nur ein stichwortartiger Überblick über meine Vorgehensweise und ein paar Bilder:
Zunächst erhitzte ich das Pech sehr vorsichtig. Man sollte darauf achten das Pech nicht zu schnell zu erhitzen. Auf keinen Fall soll es blubbernd kochen, weil dann zu viele der flüchtigen Bestandteile austreten und das Pech dadurch härter werden könnte. Um beim Gießen etwas mehr Zeit zu haben, erwärmte ich gleichzeitig auch das Schleifwerkzeug etwas.

Während sich das Pech langsam erhitzte, deckte ich den Spiegel mit einem Stück Alufolie ab, um zu verhindern, dass er beim Pressen am Pech festklebt. Außerdem legte ich ein paar weitere Hilfsmittel, wie einen vierkantigen Alu-Stab zum Eindrücken der Kanäle und etwas in Wasser emulgiertes Poliermittel als Trennmittel bereit.

Als sich das Pech die gewünschte Viskosität erreicht hatte legte ich das Schleifwerkzeug auf die vorbereitete Unterlage und goss das Pech darauf. Hier sollte man darauf achten, dass das Pech nicht seitlich über den Rand hinaus läuft. Wie schon erwähnt kann Pech nämlich eine ziemliche Sauerei hervorrufen. Andererseits ist es übrigens nicht schlimm, wenn die Pechhaut nicht rundum ganz genau bis zum Rand reicht. Der Spiegel könnte durchaus auch mit einem Polierwerkzeug poliert werden, dass einen etwas kleineren Durchmesser hat als er selbst. Nachdem das Pech gleichmäßig auf dem Spiegel verteilt wurde, legte ich den mit Trennmittel benetzten Spiegel auf die Pechhaut, um dem Pech die gewünschte Form zu geben. Als das Pech schließlich etwas abgekühlt war, nahm ich den Spiegel wieder herunter und drückte mit einer spitzen Kante des vierkantigen Alu-Stabes Kanäle in die Pechhaut.
Im Gegensatz zu manchen anderen Spiegelschleifern bin ein großer Freund von unregelmäßigen Strukturen auf Schleif- und Polierwerkzeug. Ich betreibe zum Beispiel beim Pressen immer intensiv das etwas umstrittene Microfaceting mit einem Stück eines alten Moskitonetz. Puristen sollten sich deshalb festhalten, bevor sie sich das letzte Bild ansehen
Es zeigt die neue Pechhaut nach dem ersten Warmpressen mit einer dazwischen gelegen zerknüllten Alufolie.

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