Gestern Abend habe ich den Sekundärspiegel noch mal ca. eine Stunde mit Carbo 180 bearbeitet. Wollt ihr zuerst die gute oder lieber erst die schlechte Nachricht hören?
OK, erst die Schlechte: Ich habe schon wieder einen kleinen Chip im Glas. Die gute Nachricht ist, dass sich auch dieser Chip auf der Rückseite befindet und zwar auf der Rückseite des Schleifwerkzeugs. Ich bin wieder nicht ganz sicher, wie ich ihn mir eingefangen habe, wahrscheinlich habe ich das Tool beim Abwaschen in der Wasserwanne gegen den blöderweise darin liegenden Wetzstein gehauen. Ansonsten ist die Oberfläche des Spiegels jetzt vollständig bearbeitet und der gewünschte Kurvenradius von knapp 700mm fast erreicht. Die Form der Oberflächen hat sich in der letzten halben Stunde stark verbessert, ist aber immer noch nicht ganz zufrieden stellend. Deshalb werde ich noch eine weitere Runde mit K180 einlegen.
Das Schleifen dieses Mini-Spiegels ist eine echte Fummelarbeit. Ständig kommen sich meine Finger beim Rotieren des Spiegels gegenseitig in die Quere. Martin Trittelvitz rät Einsteigern in seinem empfehlenswerten Klassiker Spiegelfernrohre - selbst gebaut
(das Buch ist glaube ich inzwischen vergriffen, ich habe aber trotzdem mal meinen Ref-Code in den Link eingebaut
) mit einem 6-Zoll Spiegel (ca. 150mm) anzufangen. Ich persönlich würde empfehlen noch zwei oder sogar vier Zoll draufzulegen, zumindest wenn man etwas größere Hände hat.
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Eigentlich hatte ich mir für den heutigen Abend vorgenommen, einen sogenannten Opferstock - also einen Poliertisch - zu bauen, um den man beim Polieren herum gehen kann. Als ich jedoch in die Werkstatt kam, lächelte mich mein alter Schleifplatz so herausfordernd an, dass ich nicht widerstehen konnte und stattdessen kurzerhand begann den Sekundärspiegel für das Projekt Miranda zu schleifen.
Wie schon berichtet, soll Miranda ein Cassegrain-Teleskop werden. Diese Kategorie von Teleskopen verwendet einen konvexen (also einen nach außen gewölbten) Sekundärspiegel. Auf dieser Skizze des Strahlengangs eines Cassegrain Teleskops befindet sich der Sekundärspiegel auf der linken Seite.
Sowohl der Rohling als auch das Schleifwerkzeug für den Sekundärspiegel bestehen aus Borosilikat-Glas. Die Scheiben haben jeweils einen Durchmesser von 115mm und eine Dicke von 15mm. Eigentlich bin ich im Gegensatz zu einigen anderen Spiegelschleifern ein großer Freund von Granit-Schleifwerkzeugen. Im Falle dieses konvexen Sekundärspiegels möchte ich mir aber die Möglichkeit offen halten, das Schleifwerkzeug später als Referenz zum Prüfen des Spiegels zu verwenden.
Nachdem ich entschieden hatte, welcher der fast identischen Rohlinge zum Schleifwerkzeug degradiert werden soll und welche Flächen jeweils geschliffen werden sollen, schliff ich zunächst wieder mit dem Wetzstein eine Fase in den Rand der Scheiben. Leider war mir beim Grobschliff des Hauptspiegels das Karbo 60 und Karbo 80 ausgegangen, deshalb begann ich den Grobschliff mit Karbo 180. Nach etwa 90 Minuten erreichte der geschliffene Bereich beim konkaven Schleifwerkzeug rundum gleichmäßig den Rand. Beim konvexen Spiegel blieb noch ein kleiner zentraler Bereich mit einem Durchmesser von etwa 35 Millimeter unbearbeitet.

Der Sekundärspiegel soll ein Kurvenradius von 695,4mm erhalten. Bei einem Durchmesser des Spiegels von 115mm ergibt sich daraus eine Pfeilhöhe von knapp 2,4mm. Daran fehlt im Moment leider noch fast ein Millimeter.
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Auch nach dem Microgrit 9my wurden Arbeitsplatz und Werkzeuge wieder gründlich gereinigt. Allerdings sollte man sich wohl nicht der Illusion hingeben, dass es möglich ist Partikel mit einer durchschnittlichen Größe von 9 Mikrometer vollständig entfernen zu können. Immerhin ist sogar der Staub in der Luft zum Teil erheblich größer.
Als nächste Körnung folgte nun das Schleifmittel (Aluminiumoxyd) mit einer Körnung von 5 Mikrometer. Dieses Zeug ist derartig fein, dass man es beim Schleifen fast nicht mehr sehen kann. Besonders beim Aufsetzen des Spiegels auf das Schleifwerkzeug ist hier allerhöchste Vorsicht geboten.
Eigentlich kann man während des Feinschliffs sehr gut fühlen, ob Spiegel und Schleifwerkzeug richtig gut sphärisch sind. Sicherheitshalber machte ich trotzdem noch einen letzten Bleistifttest. Natürlich darf man die Markierung in dieser Phase nicht mehr mit einem Bleistift machen. Ich verwende dafür einen wasserfesten Permanent-Marker. Wie man auf dem zweiten Bild einigermaßen erkennen kann, wurden die Markierungen gleichmäßig abgetragen. Der Spiegel scheint also tatsächlich recht sphärisch zu sein.

Nach nur drei Chargen war diese Körnung durch. Da ich bis zu diesem Zeitpunkt immer noch keinen Kratzer produziert hatte, wagte ich es, dem Rat von Stathis Kafalis zu folgen und noch weitere drei Chargen mit Aluminiumoxyd 3my zu schleifen. Damit erkläre den Feinschliff des Hauptspiegels nun offiziell für beendet.
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Eine genauere Kontrolle der Spiegeloberfläche mit der Lupe ergab keine Kratzer und auch keine Pits von der vorherigen Körnung. Deshalb reinigte ich noch einmal den Arbeitsplatz, alle Werkzeuge usw. und wechselte anschließend zu Microgrit 9my. Schon nach vier Chargen (netto ca 30 Minuten) war auch diese Körnung durch.
Als Lupe (oder treffender Fadenzähler) verwende ich zwei ausgediente Okulare, und zwar ein Super 20 als “Übersichtsokular” und ein Super 10 zur genaueren Kontrolle. Eigendlich fand ich diese Okulare auch am Teleskop gar nicht mal so schlecht, trotzdem wurden sie inzwischen von hochwertigeren Okularen abgelöst.
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Am Tag nach der letzten Schleifaktion hatte ich doch noch einzelne Pits von der vorherigen Körnung gefunden. Um auch die zu beseitigen, habe ich heute während der Sportschau noch einmal netto eine Stunde mit Mikrogrit 15my geschliffen. Bisher bin ich zwar noch nicht dazu gekommen den Spiegel genauer zu untersuchen, aber er scheint weiterhin fratzerfrei zu sein. Der Kugelradius beträgt immer noch ca. 1500mm (Brennweite 750mm).
Was ist eigentlich mit den Bayern los? Seit Beckenbauer aufgehört hat, kenne ich sie nur als Fußball-Arbeiter und plötzlich von heute auf morgen fangen sie wieder an zu spielen. Wenn das so weiter geht, könnte das eine sehr langweilige Saison werden.
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Eigentlich habe ich ja ein eher geringes Interesse daran, das Interieur von Baumärkten zu fotografieren. Wenn man aber gerade sein Notizbuch vergessen hat, dann kann es ganz hilfreich sein, ein paar Preisschilder abzulichten und sie mit den Preisschildern des Baumarktes auf der anderen Seite der Straße zu vergleichen.
Vor ein paar Tagen hatte ich nun aber ein Erlebnis, das mich etwas an Zeiten erinnerte, als ich einmal bei einem Besuch in der Hauptstadt der DDR das Brandenburger Tor von der anderen Seite aufnehmen wollte und dabei zwangsläufig auch die Mauer und ein paar Vopos erwischte. Im Nachhinein betrachtet waren die darauf folgenden Komplikationen recht amüsant.
Zurück zum Baumarkt - ich will also gerade das Preisschild meiner Wahl aufnehmen, da tippt mir eine studentische Hilfskraft auf die Schulter und flüstert konspirativ: “Haben Sie eine Genehmigung von der Geschäftsleitung?”
Ich drücke ab und frage: “Ähm, Genehmigung?”
“Mensch, seien Sie bloß vorsichtig, die haben deswegen letzte Woche erst wieder einen rausgeschmissen.”
Verwirrt gehe ich mein Sündenregister durch. Gilt “nur angucken, nicht anfassen” jetzt auch in Baumärkten? Während ich mir noch vorstelle, wie ich mit einem polizeilichen Führungszeugnis bewaffnet bei der Geschäftsleitung vorspreche um eine zeitlich befristete Anfass-Genehmigung zu beantragen, fügt er hinzu: “Bei sowas sind die ganz scharf”
Offenbar merkt er, dass ich keinen Schimmer habe, wovon er überhaupt redet und informiert mich endlich darüber, dass man in Baumärkten grundsätzlich nicht fotografieren darf. Wusstet ihr das? Gehört sowas zur Allgemeinbildung und ich war gerade krank als das in der Schule dran war? Und überhaupt, was soll das?
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Als ich unseren Gartenblog vor ein paar Tagen zum Blog Action Day angemeldet habe, bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, dass mein Werkstattblog auch etwas zu dieser Aktion beitragen könnte. Das ist natürlich totaler Quatsch, deshalb habe ich ihn nun auch angemeldet.
Am Blog Action Day, dem 15. Oktober 2007, wollen Blogs rund um den Globus über ein gemeinsames Thema - nämlich unsere Umwelt - schreiben. Bis jetzt haben sich schon über 2600 Blogs mit zusammen über 2,7 Millionen Abonnenten angemeldet. Es dürfte interessant werden, was die Bastler dieser Welt zum Thema Umwelt zu sagen haben.
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Im Allgemeinen plane ich auch größere Projekte im Kopf und mache gar keine Zeichnung - ich bin eben eher der Listen-Typ
Wenn ich doch mal eine Zeichnung mache, dann kann das Ergebnis meist nur von mir selbst interpretiert werden und sieht zum Beispiel so aus wie bei meinem Zinkenfräser-Projekt. Die einzige computer-unterstützte Konstruktionszeichnung, die ich je angefertigt habe, entstand mit der etwas überkandidelten und trotzdem wenig geeigneten Software-Kombination Povray und Moray.
Vor ein paar Tagen berichtete nun Minti von Dexheimer Inside über seine Erfahrungen mit Google Sketchup. Seine Einschätzungen “das ultimative 3D-Werkzeug” und “super einfach in der Bedienung” ließen mich aufhorchen. Heute habe ich mir mal die kostenlose Version von Sketchup heruntergeladen und ausprobiert.
Nach Googles eigener Einschätzung ist Google Sketchup “ein einfaches, aber leistungsstarkes Werkzeug, mit dem Sie Ihre 3D-Ideen schnell und einfach entwickeln, ansehen und verändern können“. Aha, hört sich gut an. Nachdem ich mir staunend die ersten drei Einführungsvideos angesehen hatte, versuchte ich es selbst einmal. Um es kurz zu machen, für jemanden, der bisher nur wenig Erfahrung mit CAD-Software, Povray-Modellern und anderen 3D-Werkzeugen hat, ist die Bedienung definitiv nicht kinderleicht. Nach dem vorherigen Konsum der Einführungs-Videos hat man aber doch zumindest eine grobe Vorstellung, wie alles funktioniert. Nach gut zwei Stunden war dann auch mein erstes 3D-Modell so weit fertig.

Leider hat das Modell noch nicht sehr viel mit dem geplanten Tubus meines neuen Teleskops zu tun, aber es scheint als sei Sketchup wirklich ein geeignetes Programm, um damit solche kleinen Konstruktionszeichnungen zu erstellen.
Einige Funktionen, die ich bei Moray sehr nützlich fand, wie zum Beispiel bewegliche Verbindungen zwischen Baugruppen, habe ich bei Sketchup bisher noch nicht gefunden. Wenn ich aber die etwas spärlichen Informationen zu den Sketchup-Dateiformaten richtig deute, dann ist es möglich COLLADA-Daten zu lesen und zu schreiben. Dieses würde den Austausch mit anderen 3D-Programmen wie zum Beispiel auch Blender, Photoshop oder und der Unreal III Engine erheblich erleichtern.
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Der Blog scheint nach seinem Transfer von Blogspot auf die neue Domain nun wieder einigermaßen zu funktionieren. Wird auch Zeit, denn ich hatte mir ja vorgenommen mit dem Beginn der neuen Bundesliga-Saison das Projekt Miranda fortzusetzen.
Bevor es los gehen konnte, musste ich gestern Nachmittag aber erst mal das ganze Gerümpel wegräumen, dass sich in den letzen Monaten auf dem Schleiftisch angesammelt hatte und den Schleifplatz inklusive des Werkzeugs ausgiebig reinigen.

Im Februar hatte ich den Grobschliff mit Karbo 320 beendet und dann im März angefangen das zentrale Loch in den Spiegel zu bohren. Deshalb begann ich nach dem Aufräumen den Feinschliff vorsichtig mit Alox 15 my.
Genauer gesagt handelt es sich bei dem Schleifmittel um Aluminiumoxyd (Microgrit WCA) mit einer durchschnittlichen Korngröße von 15 Mikrometer. Im Gegensatz zum Siliziumcarbid (Carbo), dass ich beim Grobschliff einfach mit einem Teelöffel auf den befeuchteten Spiegel gebe und anschließend mit der Sprühflasche befeuchte, trage ich das feine Aluminiumoxyd mit einem Pinsel auf. Dazu gebe ich einen Teelöffel des Schleifmittels in ein kleines Glas mit etwas Wasser (geschätzt 25 ml). Es entsteht eine dünne milchige Suspension aus Schleifmittel und Wasser, die jedesmal vor dem Auftragen einer neuen Charge kurz aufgerührt werden muss. Für jede Körnung muss ein neuer Pinsel verwendet werden, weil es letztlich unmöglich ist, jedes einzelne der sehr kleinen Schleifmittel-Körner aus dem gebrauchten Pinsel herauszuwaschen. Sicherheitshalber noch der Hinweis, dass man Qualitätspinsel verwenden sollte und dass man vor Gebrauch jedes neuen Pinsels zunächst lose Haare entfernen muss. Wird der Pinsel länger als ein paar Tage verwendet, dann müssen alle Metallteile rostfrei sein, denn Eisenoxyd (Rost) ist ein ausgesprochen effektives Schleifmittel!
Zur Einstimmung habe ich den Spiegel nun gestern während der Sportschau eine Stunde lang mit Alox 15 my bearbeitet. Eigentlich ging es mir hauptsächlich darum herauszufinden, ob das Bohren irgendwelche Fehler in der Form der Oberfläche hervorgerufen hat. Das scheint aber nicht der Fall gewesen zu sein. Der Spiegel lässt sich leicht und ohne Ruckeln und Festsaugen über die Oberfläche des Tools bewegen, was darauf schließen lässt, dass beide Oberflächen sphärisch sind und sehr genau ineinander passen. Erstaunlicherweise bin ich mit dem 15 my Schleifmittel offenbar schon fertig. Ich konnte auf den ersten Blick keine Pits von der vorherigen Körnung mehr finden. Heute Abend werde ich den Spiegel aber sicherheitshalber noch mal genau unter die (wörtliche) Lupe nehmen und auch noch einmal die Brennweite genau bestimmen.
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