Eigentlich sind die Infrarot-Fernauslöser für die Nikon-Digitalkameras inzwischen so günstig zu bekommen, dass der Selbstbau (zumindest aus Kostengründen) kaum noch lohnenswert erscheint. Trotzdem wollte ich doch zumindest einmal sehen, was man da so machen kann:
Selbstbau des Fernauslösers
Es gibt im Internet einige gute Anleitungen zum kompletten Selbstbau eines solchen Fernauslösers.
Solche kompletten Selbstbaulösungen mit einem kleinen und sehr günstigen Mikroprozessor haben den Vorteil, dass auch weitere Funktionen wie Serienaufnahmen, lange Belichtungszeiten usw. programmiert werden können. Da meine eigenen Erfahrungen im Umgang mit elektronischen Schaltungen etwas eingerostest sind, suchte ich aber noch nach weiteren Alternativen.
Infrarotschnittstelle von Palmtops, Handys etc.
Die IrDA-Schnittstellen der meisten Handys scheinen zu schwach zu sein. Sie gewährleisten nur eine Auslösung aus unmittelbarer Nähe der Kamera. Die Infrarot-Schnittstellen mancher Palmtops sind etwas leistungsfähiger, aber offenbar auch nur begrenzt brauchbar. Im Internet sind auch dafür einige Anleitungen verfügbar, wie zum Beispiel:
An dieser Lösung störte mich auch die Tatsache, dass die Programme OmniRemote/NoviiRemote kostenpflichtig und meiner Ansicht auch recht teuer sind.
TV-Fernbedienung als Fernauslöser
Ich hatte schon vor geraumer Zeit gehört, dass sich die Canon Digitalkameras mit der Power-Taste von diesen Universal-TV-Fernbedienungen auslösen lassen, wenn man sie im DSAT-Modus auf Code 580 einstellt. Nachdem ich durch etwas Herumspielen mit dem Suchlauf-Modus einer alten Universal-Fernbedienung herausgefunden hatte, dass das auch mit der Nikon D50 funktioniert, fand ich dann endlich diesen etwas versteckten Diskussionsfaden. Man muss die Fernbedienung im TV-Modus auf Code 030 (Sanyo) einstellen und kann die Kamera dann mit der Programmtaste 7 auslösen. Dieses funktioniert bei der Nikon D50 mit beiden hier abgebildeten etwas älteren Aldi-Universal-Fernbedienungen (Medion bzw. Lifetec). Soweit ich informiert bin benutzen auch viele andere Nikon-Kameras das gleiche Signal zur Auslösung, das auch von dem Original Fernauslöser Nikon ML-L3 ausgesandt wird, nämlich die Modelle Nikon F65, F75, Lite Touch 150 ED, 110s, 130 ED, 140 ED, 100W, D40, D50, D70, D70s D80, Coolpix 8400 und Coolpix 8800. Daher lohnt sich vermutlich auch bei diesen Modellen ein Versuch. Auf der anderen Seite sollen auch andere Universal-Fernbedienungen funktionieren, wenn sie in den Sanyo-TV-Modus gebracht werden.
Nachtrag: Gerade sehe ich mein erstes mit der TV-Fernbedienung fernausgelöstes Bild und finde, dass es unbedingt Wert ist gebloggt zu werden
Inzwischen könnte ich wahrscheinlich im Schlaf einen Teleskopspiegel schleifen. Wenn man es erst ein paar mal gemacht hat, fehlt einem jegliche Scheu ein solches, eigentlich doch sehr komplexes Projekt, anzugehen. Ganz anders sieht es da bei mir mit dem Bohren der zentralen Perforation meines Cassegrain Hauptspiegels aus. Nachdem ich diese Aktion nun schon seit dem 27. Februar (also fast einen Monat) vorbereite, soll es heute aber endlich los gehen. Zunächst bestimmte ich die Mitte des Spiegels und zeichnete mit allerlei Hilfsmitteln die gewünschte Position des Lochs auf der Rückseite des Spiegels an. Das Ganze zog sich letztlich länger hin als später das eigentliche Bohren, weil sich heraus stellte, dass der Spiegel nicht ganz genau rund ist. Die Abweichung vom Kreis beträgt aber zum Glück nur einige wenige zehntel Millimeter.
Als nächstes baute ich die Tischbohrmaschine mit dem gerade neu gebauten Bohrständer im Freien auf, um beim Bohren ungestört mit Wasser herum plantschen zu können.
Die Bohrmaschine stellte ich auf die kleinste möglichste Umdrehungszahl ein, nämlich 280 U/min. Eigentlich ist das für mein Gefühl noch etwas zu schnell, aber eine kleinere Drehzahl ist nun einmal mit meiner Bohrmaschine nicht zu erreichen.
Der Spiegel hat eine Dicke von 25mm, auf der Vorderseite habe ich ihn schon um 7,5mm ausgehöhlt, also bleiben in der Mitte noch ca 17,5mm Material übrig. Eigentlich hatte ich geplant das zentrale Loch von der Rückseite her etwa 10 bis 12mm tief anzubohren. Den Rest möchte ich dann nach dem Polieren und Hyperbolisieren von der Vorderseite aus bohren. Nachdem ich aber in weniger als 20 Minuten schon fast 9mm tief vorgedrungen war, bekam ich Bedenken, dass der Bohrkern ungewollt herausbrechen könnte und ich ließ es bei dieser Tiefe bewenden.
Im Großen und Ganzen verlief das Bohren etwa so, wie ich es mir vorgenommen hatte. Der neue Bohrständer ist stabil genug und funktioniert bestens. Mit der diamantbesetzte Bohrkrone bin ich weniger zufrieden. Immer wieder löste sich Material von der Spitze der Bohrkrone und bahnte sich dann knirschend seinen Weg aus dem Bohrloch an die Oberfläche. Ich erwäge die Bohrung von der anderen Seite mit einem selbst gebauten Bohrer und Karbo zu machen, wie ich es schon früher beim Ausschneiden von kleinen Planspiegel-Rohlingen ausprobiert hatte. Alles in Allem ist meine Sorge wegen der Rückrunde, also dem vollständigen Durchbohren des Spiegels von der Vorderseite, nicht gerade kleiner geworden.
Während ich bohrte hat meine Herzallerliebste mit unserer kleinen Digiknipse ein paar Videos aufgenommen, von denen ich gerade eines zu Youtube hoch geladen habe.
Im Moment läuft in der Werkstatt nicht viel, weil wir voll und ganz damit beschäftigt sind, unseren Garten auf Vordermann zu bringen. Trotzdem muss ich kurz darüber berichten, was der Mann von Hermes gerade hier angeschleppt hat.
Ich hatte ja schon hier und hier etwas über den Lateralen Drahttest geschrieben. In beiden Posts ist glaube ich ganz gut meine Sorge wegen der extrem hohen Anforderungen an die nötigen Messwerkzeuge deutlich zu erkennen. Diese Sorge hat sich soeben in Luft aufgelöst
Seit dem letzten Artikel zum Lateralen Drahttest hatte ich mich im Internet verstärkt nach Kreuztischen und besonders nach hochpräzisen Kreuztischen mit Mikrometerspindeln umgesehen. Meist waren mir die angebotenen Exemplare aber wesentlich zu teuer. In der letzten Woche wurde ich dann aber bei Ebay doch noch fündig:
Das Teil ist (vorsichtig ausgedrückt) der helle Wahnsinn! Es wiegt laut Badezimmerwaage satte 11,4 kg, hat eine Grundfläche von 160mm mal 160mm und besitzt Mikrometerschrauben in beiden Achsen. Der Preis lag um einiges unter dem, was ich im Baumarkt für einen “normalen” Kreuztisch ausgegeben hätte. Es handelt sich dabei um einen Kompaktkreuztisch TS 160.050 der Firma SKF. Im Angebotstext war die Rede von “Die Ware ist nicht neu , aber ungebraucht” und genau diesen Eindruck macht der Kreuztisch auch wirklich. Ich möchte gar nicht wissen, wie viel so etwas kostet, wenn es neu ist.
Laut Datenblatt liegt die Führungsgenauigkeit bei 3µm bezogen auf den Verfahrweg von 50mm. Die Mitutoyo Mikrometerschrauben haben eine Einteilung in hundertstel Millimetern, lassen sich aber auch relativ feinfühlig im Mikrometer-Bereich verstellen. Naja, und so weiter und so weiter, ihr merkt, ich bin begeistert…
Heute war es in der Werkstatt um einige Grade kälter als draußen, sodass ich endlich mal wieder beim Werkeln das Rolltor aufmachen und den strahlenden Sonnenschein herein lassen konnte.
In den nächsten Tagen möchte ich nun endlich das zentrale Loch in den Hauptspiegel meines neuen Teleskopspiegels bohren. Leider hat meine Tischbohrmaschine einen zu kleinen Durchgang (heißt das so?). Für meinen Spiegel mit 300mm Durchmesser brauche ich mindestens 150mm freien Platz. Zwischen dem Bohrer und dem Ständer meiner Bohrmaschine sind aber leider nur 115mm frei. Die Standbohrmaschine eines autoschlossernden Freundes ist leider gerade nicht einsatzbereit und um ehrlich zu sein fühle ich mich auch nicht ganz wohl dabei eine fremde Werkstatt mit meinem Glasschlamm und möglicherweise sogar Schleifmittel einzusauen. Deshalb habe ich mich entschlossen meine Tischbohrmaschine so umzubauen, dass ich den Spiegel selbst durchbohren kann.
Bei der Bohrmaschine handelt es sich um ein Modell, dass ich schon in vielen Werkstätten baugleich unter den verschiedensten Firmenbezeichnungen gesehen habe. Mein Exemplar trägt die Markenbezeichnung Top Craft.
Bevor es los geht mache ich mir gewöhnlich ein paar beschriftete Zeichnungen in mein Notizbuch (Gerade habe ich übrigens gelernt, dass man Notizhefte jetzt Moleskine nennt, zumindest wenn man etwas künstlerisch angehaucht ist Im Moment sieht das vermutlich aus, wie das Gekritzel eines Dreijährigen, aber es hilft mir dabei, nicht zu viele Fehler beim Zuschneiden von Teilen zu machen.
Mein Konzept für den neuen Bohrständer sieht vor, dass man das Werkstück, in meinem Fall also den Teleskopspiegel, unter die Gründung der Säule schieben kann. Der erste Arbeitsschritt ist deshalb die gesamte Mechanik der Bohrmaschine von der Säule zu trennen. Bei meinem Modell rechte es aus, zwei Innensechskantschrauben (tolles Wort) zu lösen um den oberen Teil inklusive des Motors abzunehmen.
Ich benutze meine Tischbohrmaschine relativ viel, deshalb möchte ich die Säule des ursprünglichen Bohrständers nicht zerstören. Andererseits ist es aber auch nicht ganz einfach ein Rohr mit dem passenden Außendurchmesser von 45mm aufzutreiben. Glücklicher Weise wurde ich dann aber in der Autowerkstatt von besagtem Freund fündig. Dieses gebrauchte Auspuffrohr eines VW hatte genau den gewünschten Durchmesser. Sollte Interesse bestehen, kann ich sicherlich auch noch das genau Modell erfragen.
Ein Werkzeug, dass ich eher selten benutze, ist dagegen mein knapp dreißig Jahre altes Schweißgerät. Ich war damals so begeistert von dem guten Stück, dass ich ihm sogar einen fahrbaren Untersatz spendiert habe. Nachdem ich es mit Druckluft von einer dicken Schicht Staub befreit hatte, schweißte ich das vorher zurecht geschnittene Stück vom Auspuffrohr auf eine kleine Grundplatte.
Auf dem Bild sieht man meinen kleinen Schweiß-Schraubstock und die Werkstücke kaum, aber soweit ich weiß kann man die Bilder anklicken um sie zu vergrößern.
Anschließend schraubte ich die neue Säule auf ein Reststück Multiplx-Birke und fertig war der neue Bohrständer. Naja, ganz fertig war er damit natürlich noch nicht, denn ich möchte meinen Spiegel ja unter den eigentlichen Bohrständer schieben können.
Auf diesem Bild sieht man den fertigen Ständer. Unterhalb der Säule des Bohrständers ist jetzt Platz um auch größere Werkstücke bearbeiten zu können.
Glasstaub ist ein extrem krebserregender Stoff! Deshalb muss man unter allen Umständen verhindern, dass etwas davon in die Lungen kommt. Ich habe vor das unter anderem dadurch zu verhindern, dass ich ihn gar nicht erst entstehen lasse. Ich werde das Loch deshalb unter fließendem Wasser bohren. Ein weiterer Grund für diese Konstruktion ist auch, dass es nötig ist die Bohrstelle ausreichend zu kühlen, um unerwünschte Veränderungen in der Struktur des Glases zu vermeiden.
Und so sieht mein neuer Bohrständer aus, wenn er fertig ist. Der Spiegel steht noch in meinem Büro, deshalb musste das Schleifwerkzeug erst mal als Demonstrationsobjekt herhalten.
Ich hatte ja beschlossen hier gelegentlich eine Umfrage zu durchzuführen, damit ich in Zukunft etwas besser auf eure Bedürfnisse eingehen kann. In der ersten Umfrage hatte ich gefragt, ob euch das Wort “Technorati” ein Begriff ist. Es haben 7 Benutzer geantwortet:
5 Besucher (71%) antworteten mit nein
2 Besucher (29%) antworteten mit ja
Technorati ist - tja, was ist es eigentlich? Es ist eine Art Blog-Verzeichnis und eine Blog-Suchmaschine. Man könnte es so sagen, was Google für das normale Internet ist, das ist Technorati für die Blog-Szene. Mit dieser Umfrage wollte ich herausfinden, ob es wirklich stimmt, dass Blogs in erster Linie von Vielsurfern gelesen werden, die gut mit den ganzen neuen Diensten im Internet vertraut sind. Das Ergebnis kann wohl nicht gerade als repräsentativ angesehen werden, bestätigt aber doch meine Vermutung, dass Blogs wie dieser auch von Leuten besucht werden, die nicht so viel surfen und die auch nicht gleich jeden neuen Schnickschnack mitmachen. Das soll natürlich kein Statement gegen Technorati oder sonst einen der neuen Web 2.0 Dienste sein, ich persönlich nutze sie gerne und viel.
Noch mal herzlichen Dank an die, die bei der Umfrage mitgemacht haben!
Hier kannst Du mitlesen, woran ich in meiner Freizeit gerade so herum bastle. Im Moment ist es zum Beispiel vorwiegend das Projekt Miranda - ein 12" Ritchey Chrétien Cassegrain Teleskop.
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