Eine Frage der passenden Schraube

Vorerst möchte ich mein neues Vixen 80L auf der vorhandenen EQ2 Montierung betreiben. Mir ist schon klar, dass diese Montierung eigentlich für ein derartig langes Teleskop viel zu schwach ist, aber ich will den Zukauf einer größeren Montierung auch nicht überstürzen.
Naiv wie ich nun einmal bin hatte ich angenommen, dass Vixen das gleiche Gewinde verwendet wie Synta - aber weit gefehlt! Synta verwendet ein in Europa handelsübliches metrisches ISO-Gewinde mit 6mm Durchmesser (M6) während Vixen offenbar ein geringfügig stärkeres Gewinde der us-amerikanischen UNC Gewindenorm verwendet (1/4″ - 20 UNC). Dieses Gewinde ist auch als kleines Stativgewinde bekannt und wird häufig zur Befestigung von Kameras und anderer fotografischer Ausrüstung auf Fotostativen verwendet.

Leider lagen dem Teleskop keine passenden Befestigungsschrauben bei. Deshalb habe ich das Teleskop zunächst einmal nur provisorisch auf der EQ2 montiert und muss in den nächsten Tagen den Harley-Davidson Händler meines Vertrauens aufsuchen um mir ein paar passende Schrauben zu besorgen.

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Reparatur am Okularauszug meines neuen Vixen 80L

Vor ein paar Tagen bekam mein astronomischer Gerätepark Zuwachs durch ein gebrauchtes Vixen 80L. Schon seit langer Zeit hatte ich mich ganz speziell für das 80L interessiert, weil es nach meiner Meinung mit seinem kleinen Öffnungsverhältnis nahezu optimal für die Planetenbeobachtung geeignet ist. Leider wurde die Produktion des 80L von der Firma Vixen schon vor einiger Zeit eingestellt. Deshalb freute ich mich sehr über das Angebot eines Exemplars, dass nach Angaben des Vorbesitzers unter mehreren anderen Vixen 80L als das Beste ausgewählt worden war.

vixen-80larrival01.jpg vixen-80larrival02.jpgLeider war die Ankunft des neuen Teleskops dann jedoch ein kleiner Schock. Offenbar war das Paket auf seiner Reise aus der Alpenrepublik in den Norden Deutschlands nicht ganz so sanft behandelt worden, wie es nötig gewesen währe. Neben mehreren kleinen Beulen und einer leicht eindrückten Taukappe war insbesondere der Okularauszug stark ramponiert.

Zunächst war nicht genau erkennbar, ob lediglich die Welle des Fokussierantriebs verbogen oder gebrochen war, oder ob sich noch weitere Schäden am Okularauszug finden würden. Da auch das mitgelieferte Zenitprisma nicht genau den Vereinbarungen entsprach, ließ ich das Teleskop zunächst ein paar Tage in der Ecke meines Büros stehen und überlegte in aller Ruhe, wie es weiter gehen sollte. Letztlich obsiegte die Aussicht auf beeindruckende Momente bei der Planetenbeobachtung dem Impuls das Paket einfach an den Absender zurück zu schicken oder es bei der Post zu monieren. Ich beschloss mir den Schaden einmal genauer anzusehen und ggf. selbst zu reparieren.

Nach dem Öffnen des Okularauszugs stellte sich schnell heraus, dass offenbar nur die Fokussierwelle betroffen war. Sowohl der Tubus des Okularauszugs als auch die Zahnstange und das Ritzel hatten keine weitere sichtbare Beschädigung davon getragen.

vixen-80larrival03.jpgDas Material der Welle, die wahrscheinlich aus einem einzigen Stück gefräst wurde, scheint nicht übermäßig hart zu sein. Sonst währe die sie wohl gebrochen anstatt nur zu verbiegen. Deshalb fiel die Entscheidung die Welle auszubauen und den Versuch zu wagen sie selbst zu richten.

Zunächst bohrte ich jeweils ein 9mm Loch in zwei Stücke Abfallholz, spannte eines davon in den großen Schraubstock, steckte die Welle in die vorbereiteten Löcher und hebelte die Welle grob in ihre ursprüngliche Form.

vixen-80larrival04.jpgDie endgültige Ausrichtung erfolgte dann an der Ständerbohrmaschine. Die Welle wurde vorsichtig in das Bohrfutter eingespannt. Durch kurzes Einschalten der Bohrmaschine wurden die letzten kleinen Fehler identifiziert und durch vorsichtige Schläge mit einem Hartgummi-Hammer behoben.

Auch nach dem Zusammenbau des Okularauszugs mit der neu gerichteten Welle waren keine weiteren Schäden erkennbar. Die Reparatur scheint also gelungen zu sein.

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