Messen der Pechhärte

Eigentlich soll der Härtegrad des Pechs beim Polieren eines Teleskopspiegels sehr genau auf die Umgebungstemperatur angepasst werden. Mir persönlich scheint die Pechhärte nicht ganz so wichtig zu sein, wie vielen anderen Spiegelschleifern, vielleicht hatte ich bisher aber auch einfach nur Glück. Das Pech meiner aktuellen Pechhaut fühlt sich nun aber eindeutig zu hart an. Ich hätte die Härte also wohl lieber vor dem Gießen der Pechhaut testen sollen.

Das Problem dabei ist, dass ich kein Messgerät habe, mit dem die Viskosität einer solcher extrem zähen Flüssigkeiten zuverlässig und reproduzierbar bestimmt werden kann. Deshalb habe ich heute ein wenig im Internet nach einer Lösung gesucht. In der Gemeinde der Spiegelschleifer haben sich offenbar zwei Methoden durchgesetzt, nämlich

Spontan entschloss ich mich, die zweite Variante - also einen Twyman Viscosity Tester - zu bauen. Leider habe ich nur eine uralte Version des Texereau, in der dieser Viskositäts-Tester noch nicht beschrieben ist, aber auch hier hilft wie so oft das Internet weiter. Auf der Webseite der Springfield Telescope Makers (Stellafane) wird ein solcher Tester beschrieben. Das Grundprinzip ist, dass eine genau definierte Spitze mit einer genau definierten Kraft für eine genau definierte Zeit auf die Pechhaut drückt. Die Viskosität wird dann aus der Eindringtiefe der Spitze abgeleitet.

Twyman Viscosity TesterBezüglich der genauen Spezifikation des Messgerätes fragte ich sicherheitshalber noch einmal im Technikforum des Astrotreff nach: Die Spitze des Testers soll einen Winkel von 14° aufweisen, wobei der zentrale Bereich in einem Durchmesser von einem Millimeter plan geschliffen werden soll. Diese Spitze soll nun mit einer Kraft von einem Kilogramm für fünf Minuten auf das Pech einwirken. (Ja, ja, ich weiß, die Einheit der Kraft ist das Newton, ich meine selbstverständlich 9,80665 N …)

Den Bau des eigentlichen Testers werde ich noch mal etwas näher beschreiben, wenn das Teil fertig ist, aber zumindest kann ich verkünden, dass ich mir in der letzten halben Stunde auf meiner neuen Drehmaschine eine Welle gedreht habe, die ganz genau den gewünschten Spezifikationen entspricht. Sie wiegt ein Kilogramm und hat eine 14° Spitze, deren zentraler Millimeter plan geschliffen ist. Ein erster provisorischer Test legt nahe, dass meine Pechhaut tatsächlich zu hart ist, aber ich warte lieber ab, bis ich die Messung mit einem ordentlichen Testaufbau besser reproduzieren kann.

Weblinks:

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Dieser Eintrag wurde am 03. Dezember 2007 um 23:25 geschrieben und unter Amateur Telescope Making, Miranda, Optischer Test abgelegt. Du kannst alle Reaktionen auf diesen Eintrag über diesen RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback hinterlassen.

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