Pechhaut gießen

Ich hänge mit meiner Berichterstattung leider etwas hinterher. Schon vor zwei Wochen habe ich nun das Schleifwerkzeug für den Hauptspiegel mit einer Pechhaut überzogen. Da ich inzwischen schon etwas Erfahrung mit dem etwas problematischen Werkstoff Pech habe, ging alles ohne weitere Probleme von statten. Hier nur ein stichwortartiger Überblick über meine Vorgehensweise und ein paar Bilder:

Zunächst erhitzte ich das Pech sehr vorsichtig. Man sollte darauf achten das Pech nicht zu schnell zu erhitzen. Auf keinen Fall soll es blubbernd kochen, weil dann zu viele der flüchtigen Bestandteile austreten und das Pech dadurch härter werden könnte. Um beim Gießen etwas mehr Zeit zu haben, erwärmte ich gleichzeitig auch das Schleifwerkzeug etwas.

Pech und Schleifwerkzeug erwärmen

Während sich das Pech langsam erhitzte, deckte ich den Spiegel mit einem Stück Alufolie ab, um zu verhindern, dass er beim Pressen am Pech festklebt. Außerdem legte ich ein paar weitere Hilfsmittel, wie einen vierkantigen Alu-Stab zum Eindrücken der Kanäle und etwas in Wasser emulgiertes Poliermittel als Trennmittel bereit.

Hilfsmittel zum Gießen der Pechhaut

Als sich das Pech die gewünschte Viskosität erreicht hatte legte ich das Schleifwerkzeug auf die vorbereitete Unterlage und goss das Pech darauf. Hier sollte man darauf achten, dass das Pech nicht seitlich über den Rand hinaus läuft. Wie schon erwähnt kann Pech nämlich eine ziemliche Sauerei hervorrufen. Andererseits ist es übrigens nicht schlimm, wenn die Pechhaut nicht rundum ganz genau bis zum Rand reicht. Der Spiegel könnte durchaus auch mit einem Polierwerkzeug poliert werden, dass einen etwas kleineren Durchmesser hat als er selbst. Nachdem das Pech gleichmäßig auf dem Spiegel verteilt wurde, legte ich den mit Trennmittel benetzten Spiegel auf die Pechhaut, um dem Pech die gewünschte Form zu geben. Als das Pech schließlich etwas abgekühlt war, nahm ich den Spiegel wieder herunter und drückte mit einer spitzen Kante des vierkantigen Alu-Stabes Kanäle in die Pechhaut.

Im Gegensatz zu manchen anderen Spiegelschleifern bin ein großer Freund von unregelmäßigen Strukturen auf Schleif- und Polierwerkzeug. Ich betreibe zum Beispiel beim Pressen immer intensiv das etwas umstrittene Microfaceting mit einem Stück eines alten Moskitonetz. Puristen sollten sich deshalb festhalten, bevor sie sich das letzte Bild ansehen ;-) Es zeigt die neue Pechhaut nach dem ersten Warmpressen mit einer dazwischen gelegen zerknüllten Alufolie.

Pechhaut


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